SafetyGO: Arbeitssicherheit wird einfacher durch ein digitales Werkzeug

Nach negativen Erfahrungen mit unvollständigen Dokumenten im Bereich der Arbeitssicherheit entwickelt Matthias Müller ein Sicherheits-Logbuch, zuerst im Heft-Format und später als digitale Variante. Inzwischen ist daraus eine Online-Plattform für Qualifikations-Management, E-Learning und Safety-Tracking entstanden, die sich schrittweise weiterentwickelt. Über 2000 Neukunden jährlich belegen, wie sehr u.a. Handwerker und Schulungseinrichtungen auf dieses digitale Werkzeug gewartet haben.

Kern-Team: Matthias Mueller, Lea Mueller, Marc Packeiser (Ⓒ SafetyGO)

Matthias Müller ist gelernter Zimmermann, seine Frau ausgebildete Maurerin. Beide lernten sich im Studium der Baubetriebswirtschaft kennen und gründeten 2003 die AST GmbH in Blaustein. Die Kernkompetenzen des Familienunternehmens liegen im Bereich der Arbeitssicherheit: Sie umfassen Aus- und Weiterbildungen, Sicherheitsmanagement und Sicherheitstechnik.

Die Praxisnähe der eigenen Angebote ist AST besonders wichtig. Nach negativen Erfahrungen mit unvollständigen und abgelaufenen Sicherheitsdokumenten entwickelte Matthias Müller 2009 das AST-Sicherheits-Logbuch. Seitdem lassen sich in dem kleinen Heft alle relevanten Sicherheitsinformationen und -dokumente übersichtlich aufbewahren und können u.a. bei Unfällen und Kontrollen schnell vorgelegt werden. Die Entwicklung des AST-Sicherheits-Logbuchs war ein Erfolg. Aber Matthias Müller wollte das Produkt noch besser machen. Er dachte über eine digitale Variante nach: Ein Sicherheits-Logbuch, das die Arbeit im Büro erleichtert und auf der Baustelle immer dabei ist.

Alles immer dabei auf der Baustelle (Ⓒ SafetyGO)

2018 erstellte Matthias Müller ein Lastenheft, in dem er auf 120 Seiten genau beschrieb, wie er sich das digitale Sicherheits-Logbuch vorstellte. Mit dem Dokument als Basis kontaktierte er Programmierer, stellte seine Idee vor und verglich deren Angebote. Als er nach 9 Monaten der Suche, schließlich den richtigen Programmier-Partner gefunden hatte, gab es keinen Zweifel mehr: Die Idee wird umgesetzt, ein neuer Smart Service entsteht! 2019 wurde die SafetyGO GmbH & Co. KG gegründet. Im Januar 2020 folgte die Markteinführung der ersten SafetyGO-Software, die im Wesentlichen aus dem digitalen Sicherheits-Logbuch sowie weiteren Zusatzfunktionen besteht.

Der Prozess bis zur Markteinführung wurde in den Bereichen Finanzierung und Vertrieb durch zwei von der BWHM GmbH-geförderte Berater unterstützt. Bis zur Fertigstellung der ersten Software-Version ergaben sich ca. 80.000 EUR Programmier-Kosten und 80.000 EUR interne Kosten. Für die spätere Optimierung der Software fielen weitere Kosten an.

Handy-kompatibel (Ⓒ SafetyGO)

Seit der Markteinführung sind inzwischen ca. 2,5 Jahre vergangen und SafetyGO ist auf einem guten Weg. Neben der Kernfunktion, dem Management von Qualifikationen, wurden in der Software weitere Funktionen wie das E-Learning und Safety-Tracking ergänzt. Inzwischen ist das SafetyGO-Team auf 5 Personen angewachsen und jährlich kommen über 20 Betriebe und 2000 Personen als Neukunden hinzu. Die Software ist für alle interessant, die mit mobilen Arbeitsmitteln wie Staplern, Baggern und Kranen zu tun haben. Neben Handwerkern und Abfallunternehmen zählen auch Schulungseinrichtungen zu den Hauptkundengruppen. Größere Unternehmen überzeugt insbesondere die Zeitersparnis von bis zu 30% im Bereich der Sicherheits-Organisation aber auch die Rechtssicherheit. 2020 wurde SafetyGO der NOBIS Arbeitsschutzpreis des Landes Baden-Württemberg verliehen.

Fragt man Matthias Müller, nach Dingen, die hätten besser laufen können, antwortet er: “Ein Coach für die Schnittstelle zwischen Gründer und Programmierer wäre ideal gewesen. Es floss viel Zeit in die Abstimmung und ich hatte teilweise das Gefühl eine andere Sprache zu sprechen.“ Trotzdem ist Matthias Müller optimistisch für die Zukunft. Drei seiner Kinder arbeiten bereits bei SafetyGO mit und eine schrittweise Weiterentwicklung und Vernetzung der Software zu einer Plattform-Lösung ist in Planung. So ist beispielsweise vorgesehen, die eigenen E-Learning-Angebote noch besser mit dem vorhandenen Qualifikations-Management zu verknüpfen. Darüber hinaus sollen über die Software auch Zugangskontrollen für Großbaustellen ermöglicht werden.

Ein Kunde von SafetyGO ist das Bauunternehmen Kurt Motz aus Illertissen, das in den Bereichen Hoch-, Tief-, Straßen- und Spezialtiefbau aktiv ist. In der Vergangenheit wurden für die 480 Mitarbeitenden eigene Aktenordner angelegt, in denen sicherheitsrelevante Unterlagen wie Zertifikate und Führerscheine abgeheftet wurden. Darüber hinaus gab es Tabellen, die manuell am Computer gepflegt wurden. Es war u.a. sehr aufwändig den Überblick darüber zu behalten, wer einen gültigen Kran- oder Baggerführerschien hat und wer noch eine der jährlich vorgeschriebenen Unterweisung für den Stapler benötigt. Und einem Arbeitsschutz-Management-System, das bei Großaufträgen zunehmend geforderten wird, entsprachen die alten Organisationsformen ebenfalls nicht.

Nach der Umstellung auf SafetyGO sagt Florian Fischäß vom Bauunternehmen Kurt Motz: „SafetyGO gewährt uns jederzeit eine aktuelle Übersicht über die bestehenden Qualifikationen der Beschäftigten. Mit ihr sind die anstehenden Unterweisungen stets planbar und auch ein mobiler Zugriff auf die jeweiligen Zertifikate ist möglich.“ Darüber hinaus machen folgende Vorteile die Sicherheits-Organisation bei Kurt Motz einfacher:  

  • Auf fällige oder abgelaufene Qualifikationen wird automatisch hingewiesen
  • Qualifikations-Nachweise werden automatisch im System hinterlegt
  • Filterfunktionen ermöglichen eine genaue Personalplanung bei Projekten
  • Rechtssicherheit bei Unfall, Kontrolle und Audit

Branche

Arbeitssicherheit

Homepage

www.safety-go.eu

Adresse

SafetyGO GmbH & Co. KG
Pappelauer Straße 45
89134 Blaustein

Kontakt

Matthias Müller
Geschäftsführender Gesellschafter
Telefon: +49 7304 958955-0
E-Mail : info@safety-go.eu

Mitarbeitende

Ca. 5

Gründung

2019

Elsässer Holzbauwerte:
Holzbau mit Tradition in Handwerk
und Digitalisierung

Marbach-Gruppe:
KI-gestützte
Maschinendatenanalyse