Die beschriebenen Umstellungen auf erneuerbare Energien liegen teilweise schon ein paar Jahre zurück. Und das Ergebnis kann sich definitiv sehen lassen: Durch die Umstellung werden jährlich insgesamt knapp 1.000 t des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 eingespart. Davon entfallen ungefähr je 1/3 auf die Holz-Feuerung, die PV-Anlagen und die E-Fahrzeuge. Die Brauerei Clemens Härle ist durch diese und viele weitere Aktivitäten seit Jahrzehenten ein Vorreiter-Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit. Das belegen die zahlreichen Nachhaltigkeits-Auszeichnungen und -Preise. Laut Esther Straub wird das nachhaltige Gesamtkonzept aber auch von der Kundschaft sehr geschätzt. Ein Marketing-Nutzen ist definitiv gegeben, auch wenn dieser für die Geschäftsführerin nicht die Motivation, sondern ein schöner Nebeneffekt ist. Besonders zu erwähnen ist, dass fast alle kleinen und großen Nachhaltigkeits-Projekte erfolgreich waren. Der einzige kleine Rückschlag, der Esther Straub in Erinnerung geblieben ist, war die Bio-Diesel-Nutzung. Diese wurde nach einigen Jahren wieder eingestellt, weil die regionale Herkunft des Bio-Diesels entgegen vorangegangenen Zusagen nicht sichergestellt war. Für Gottfried Härle und Esther Straub gibt es keinen Zweifel: Der eingeschlagene Nachhaltigkeits-Weg war und ist der richtige Weg für die Brauerei Clemens Härle – und die nächsten Schritte sind schon in Vorbereitung. Weil bereits alle Brauerei-Dächer mit PV-Anlagen belegt sind, sondiert Esther Straub derzeit eine neue Form der Zusammenarbeit mit benachbarten Landwirten. Ziel ist es, eine Agri-PV-Anlage zu installieren, die eine Doppelnutzung der Feldflächen ermöglicht: Rinder- oder Hühnerhaltung am Boden und PV-Elemente in der Luft.
Neben den Aspekten der ökologischen Nachhaltigkeit, die in dieser Beschreibung im Mittelpunkt stehen, ist die Brauerei auch im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit sehr aktiv. Die 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (50 Vollzeit-Äquivalente) profitieren von zahlreichen freiwilligen Zusatzleistungen. Besonders hervorzuheben ist die Unterstützung von Geflüchteten durch Werkswohnungen, Sprachkurse sowie Begleitung bei Behörden- und Arztgängen. Aber auch außerhalb des eigenen Unternehmens setzt sich die Geschäftsführung für Fachkräfte ein, z.B. durch aktive Beteiligung bei der Unternehmerinitiative „Bleiberecht für Geflüchtete in Ausbildung und Arbeit“.