Lange Jahre lag der Fokus des Schuhhaus Kaufmann im klassischen stationären Einzelhandelsgeschäft. Über die Jahre wurde expandiert und in neue Filialstandorte investiert, bevor das Geschäft im heutigen Stammhaus in der Fleiner Straße in der Heilbronner Innenstadt gebündelt wurde. Das Hauptgeschäft ist der Handel mit Damen-, Herren und Kinderschuhen. Die besondere Herausforderung dabei: Schuhe müssen bis zu einem Jahr im Voraus bestellt und bezahlt werden. Dies führt nicht nur zu einem hohen Lagerbestand, sondern führt mit einem großen Sortiment auch zu einer hohen Kapitalbindung und birgt damit ein hohes finanzielles Risiko. Die Zwischenfinanzierung in hohen 6-stelligen Beträgen muss gewährleistet und nicht abgesetzte Schuhe müssen nach der Saison stark reduziert verkauft werden. Da verlässliche Daten beispielsweise aus einem Warenwirtschaftssystem nicht bzw. nicht akkurat genug vorhanden waren, hat sich die Geschäftsführung lange Zeit auf die Erfahrung und das Bauchgefühl verlassen. Auch die Prozesse waren praktisch geprägt, der Bestand wurde manuell erfasst und durch händische Inventuren abgeglichen. Mit Eintritt der vierten Generation 2014 bot sich allerdings eine neue Chance, die genutzt wurde: Während die Eltern weiterhin das operative Tagesgeschäft führten, konnte sich der Sohn, Johannes Nölscher, mit voller Rückendeckung der digitale Neuausrichtung widmen.